Norwegen

Wasserhaushaltsbilanzierung einer Deponie in Norwegen

Wasserhaushaltsbilanzierung einer Deponie in Norwegen

Zur Optimierung des Wasserhaushaltes der Oberflächenabdeckung einer Deponie aus Kristiansand/Grimstad (Süd-Norwegen) wurden Modellierungen mit dem Programm SIWAPRO DSS durchgeführt. Bei dem betrachteten Deponieablagerungen handelt es sich um Ausbruchmaterial von Straßenbauarbeiten. Das ausgebrochene Material setzt sich aus sulphidhaltigem Gestein zusammen und wurde direkt auf dem Festgestein (Gneis) in Tälern und Mooren abgelagert. Auf die Deponieablagerung mit einem Durchlässigkeitsbeiwert von rund 10-3 m/s sollte eine Rekultivierungsschicht mit einem Durchlässigkeitsbeiwert von ca. 10-4 m/s zur Verminderung der Infiltrationsrate des Regenwassers aufgebracht werden. Aus diesem Grund wurden verschiedene Schichtmächtigkeiten (10...30 cm) und Neigungswinkel (8...30°) der künftigen Deponieoberfläche simuliert, um die optimale Anordnung zu ermitteln. Im Folgenden soll gezeigt werden, zu welchen Aussagen und Ergebnissen die unterschiedlichen Modellansätze führen.

Wasserhaushaltsbilanzierung einer Deponie in Norwegen

 

Mit dem Programm SIWAPRO DSS wurden neben der Ermittlung der Wasserhaushaltsgrößen Stark-Regenereignisse simuliert und ein möglicher Kapillarsperren-Effekt untersucht. Das Auftreten des Kapillarsperren-Effektes ist prinzipiell durch die günstigen Eigenschaften der Deponie-Füllung und der Rekultivierungsschicht möglich.

Die Ergebnisse von SIWAPRO DSS sind vergleichbar mit den Simulationensergebnissen von HELP 3.80 D und BOWAHALD, die parallel dazu durchgeführt wurden. Der Oberflächenabfluss der Deponie mit Rekultivierungsschicht ist vernachlässigend gering gegenüber der Sickerwassermenge. Mit SIWAPRO DSS kann außerdem die Sickerwassermenge an der Basis abschnittweise betrachtet werden. So konnte festgestellt werden, dass nach zwei Berechnungstagen ca. 95% des Sickerwassers an der Basis der Sohle auf den letzten ca.13 m der Deponie abströmen.
       
Zusätzlich wurde mit dem Programm die Simulation einer Stark-Niederschlagszeitreihe, die zum HW100 führt, durchgeführt. Im Zeitraffer ist hierbei deutlich zu sehen, dass zunächst ein Kapillarsperreneffekt tatsächlich auftritt. Erst nach Überschreiten der lateralen Dränkapazität bricht das Wasser in den Kapillarblock ein.

Die fingerartigen Wasserdurchbrüche durch die Rekultivierungsschicht deuten zudem auf einen deutlichen Einfluss der Geländeneigung hin.