Japan

Forschungs- und Lehraufenthalt an der Universität von Okayama (Japan)

Forschungs- und Lehraufenthalt an der Universität von Okayama (Japan)

Vom 23.09.2006 – 06.10.2006 weilte Herr Dr. Kemmesies zu einem Forschungs- und Lehraufenthalt an der Universität von Okayama in Japan.

Der Forschungs- und Lehraufenthalt war Teil eines Austauschprogrammes zwischen der Technischen Universität Dresden und der Universität von Okayama. Herr Dr. Kemmesies hielt dort Vorlesungen zu Strömungs- und Stofftransport in der ungesättigten Zone. Die Weiterentwicklung von Kapillarsperren zur Anwendung als Deponieabdeckungen wird auch in Japan mit großem wissenschaftlichen Aufwand betrieben, da Kapillarsperren eine einfache und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Abdeckungen bilden.

Im Geotechnischen Labor der Universität von Okayama wurde dazu unter Leitung von Prof. Makoto Nishigaki eine sogenannte Kipprinne (Bild rechts) aufgebaut. Die Anlage ist beliebig neigbar. Zwischen den zwei Plexiglaswänden können die Boden- bzw. Abdeckprofile in die Rinnen eingebaut werden. Unten sowie an der einen Seite der Anlage befindet sich der Ablass über den das Wasser aus dem Profil frei oder unter einer definierten Druckhöhe austreten kann.

Diese Ablässe dienen der Simulation der Dränagen in realen Deponien. In den Wänden sind Öffnungen über die zusätzliche Messeinrichtungen (z.B. Tensiometer, Temperaturfühler etc.) in das Profil eingebracht werden können.Im großtechnischen Versuch wird dann gemessen, welcher Anteil des infiltrierenden Wassers über die Schichtgrenze zum Kapillarblock zur seitlichen Dränage strömt und welcher Anteil senkrecht nach unten in den Deponiekörper strömen würde. Durch Varianten der Materialien und der Neigung der Rinne kann so die optimale Abdeckschicht für eine Deponie konzipiert werden.

Die Strömungsprozesse des Wassers in dieser Abdeckschicht verlaufen im ungesättigten Bereich. Mit Hilfe unseres Programms SiWaPro DSS lassen sich also auch die Strömungsprozesse in solchen Abdeckschichten und damit auch die in der Kipprinne stattfindenden simulieren. Somit kann eine modellgestützte Versuchsoptimierung und später dann bei der Planung realer Abdeckschichten eine modellgestützte Planung dieser erfolgen.

Höhepunkt des Aufenthaltes war der Vortrag vor der Japanischen Geotechnischen Gesellschaft in Tokyo zum Thema: „Bodenschutz als Grundlage zum Grundwasserschutz“, in dem Herr Dr. Kemmesies die aktuellen Arbeiten der KP Ingenieurgesellschaft für Wasser und Boden mbH an der Novellierung der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung sowie an der Bundesverordnung zur Verwertung mineralischer Abfälle vorstellte.